90 Sekunden für den Moment danach — zum Mitmachen (ADHS)
Kernaussagen
- Nach einem Abend mit mehr Essen als geplant zählen die Minuten danach — ohne Vorwürfe, ohne Bilanz.
- Drei Schritte: der Satz („Okay, ist passiert. Ein Abend bleibt ein Abend. Was brauchst du jetzt?“), ein langes Ausatmen, eine Abschluss-Handlung.
- Ein Abend bleibt ein Abend — morgen ist ein normaler Tag, kein Neustart-Montag.
- Häufen sich solche Abende mit dem Gefühl, keine Wahl zu haben, gehört das Thema in ärztliche oder psychotherapeutische Hände.
Transkript
Worum es geht
Wenn du das hier öffnest, war der Abend vielleicht nicht so, wie du wolltest — du hast mehr gegessen, als du dir vorgenommen hattest. Gut, dass du da bist. In den nächsten neunzig Sekunden machen wir drei kleine Dinge — ohne Vorwürfe, ohne Bilanz. Danach ist der Abend abgeschlossen. Wir fangen einfach an.
Übung
Erstens, der Satz. Lies ihn mit mir: „Okay, ist passiert. Ein Abend bleibt ein Abend. Was brauchst du jetzt?“
Zweitens: ein langes Ausatmen. Nur eins. Einatmen — und lang aus.
Drittens, die Abschluss-Handlung: Zähne putzen, Küchenlicht aus — deine. Sie macht den Abend körperlich zu. Mach sie gleich nach dem Video. Wir schauen nicht zurück und rechnen nichts auf. Ein Abend bleibt ein Abend — und morgen ist ein normaler Tag. Kein Neustart-Montag. Ein normaler Tag. Wenn solche Abende sich häufen und sich anfühlen, als hättest du keine Wahl: Sprich mit deiner Ärztin oder einer Psychotherapeutin. Dein Thema verdient die passende Unterstützung. Du kannst jederzeit hierher zurückkommen.
Quellen
Paranjothy, S. M., & Wade, T. D. (2024). A meta-analysis of disordered eating and its association with self-criticism and self-compassion. International Journal of Eating Disorders, 57(3), 473–536. DOI 10.1002/eat.24166